Plastikgeschirr – Non, merci!

Frankreich, ein Vorreiter in Sachen Umweltschutz

Biologisch abbaubares Geschirr – In Frankreich ab 2020 Normalität

Jährlich verursacht die Menschheit mehr und mehr Plastikmüll. Laut bund.net ist Deutschland dabei mit 11,7 Millionen Tonnen Plastikmüll pro Jahr trauriger Weise Rekordhalter in Europa. China, als die weltweite Nummer eins, verursacht allein unglaubliche 1,3 bis 3,5 Millionen Tonnen pro Jahr. Und global nimmt das Plastikproblem jedes Jahr weiter zu, auf Grund des steigenden Verbrauchs und da ein großer Prozentsatz nicht vollständig recycelt werden kann und so schlussendlich die Meere und Küsten verschmutzt. Um diesem Problem entgegenzuwirken gibt es nach aktuellem Stand nur zwei Möglichkeiten: Die Recyclingmöglichkeiten für Plastikprodukte verbessern oder den Plastikverbrauch minimieren. Unser Nachbar mit der Liebe zu Käse, Wein und Baguettes hat im Jahr 2016 einen großen Schritt in Richtung Umweltschutz und Plastikminimierung getan.

Seit dem 1. Juli diesen Jahres dürfen in Frankreich keine Plastiktüten in Supermärkten, Tankstellen oder anderorts mehr angeboten werden. In etlichen Ländern bekommt man für ein paar Einkaufsgegenstände gleich mehrere Plastiktüten und das gratis. Aus Bequemlichkeitsgründen mag das sehr komfortabel sein, dafür vergisst man aber umso schneller die Umwelt und die Sinnlosigkeit, für jeden Einkauf eine neue Plastiktüte zu benötigen. Sicher dauert es anfangs etwas sich selbst daran zu erinnern und sich darauf einzustellen, seine eigenen Taschen oder Tüten von Zuhause zum Einkaufen mitzunehmen, aber auf diese Weise wird dem riesigen Plastikverbrauch ein erster Schritt entgegengesetzt. Parallel dazu werden seit diesem Zeitpunkt Plastiktüten in deutschen Supermärkten kostenpflichtig angeboten, um ein neues Bewusstsein für den Verbrauch zu schaffen.

Frankreich geht im Kampf gegen den Plastikmüll noch einen Schritt weiter: Ab 2020 soll der Verkauf von Plastikgeschirr und -besteck sowie Verpackungen und Plastikbechern in ganz Frankreich verboten bzw. nachdrücklich reduziert werden. Die einzigen Kunststoffprodukte, die nach diesem Zeitpunkt noch verwendet werden dürfen, müssen dann biologisch abbaubar sein. Ein entsprechendes Gesetz wurde bereits verabschiedet. Auf diese Weise will Frankreich den Plastikverbrauch im eigenen Land drastisch minimieren.

Alle, für die dieses Vorhaben nach der Lösung aller Probleme klingt, werden sich fragen, wie man ein Plastikverbot kritisieren kann. Doch die Kritik der Lobbyisten wie Pack2Go Europe sollte nicht vorschnell als übliches Lobbyistengewäsch abgetan werden. Bei Pack2Go Europe handelt es sich um einen EU-Verband für Service und Concenience Verpackungen für Lebensmittel und Getränke. Sie kritisieren an Frankreichs Vorhaben, dass so der europäische Binnenmarkt eingeschränkt werde, da Hersteller, die sich nicht an die Vorgaben der Franzosen halten, nicht mehr länger nach Frankreich liefern können. Dies könnte nicht nur zu einer Umverteilung des Marktes führen, sondern würde diese Hersteller ggf. dazu zwingen, ebenfalls auf biologisch abbaubare Kunststoffe umschwenken zu müssen. So würde ein Schritt zum nächsten führen und vielleicht Europa insgesamt aus der Plastikproblematik führen. Problematisch ist daran aktuell vermutlich aber, dass die Hersteller durch den Marktdruck vermutlich zu höheren Ausgaben für die neuen Kunststoffe gezwungen wären und diese möglicherweise nicht stemmen können. Dazu ist es fraglich ob vom jetzigen Standpunkt aus Frankreich in der Lage wäre sich autark zu versorgen, sollte eine Zulieferung von regulären Kunststoffzulieferern untersagt werden. Pack2Go Europe kritisiert unter diesen Gesichtspunkten das Vorgehen Frankreichs. Jedoch muss natürlich erwähnt bleiben, dass es Pack2Go sicherlich gelegen kommt, wenn sie weiterhin ihre Gelder über die Produktion und den Vertrieb von Plastikutensilien gesichert wissen. Sie fordern die EU-Kommission auf, das Gesetz zu prüfen und gerichtlich gegen Frankreich vorzugehen, da sie das europäische Gesetz verletzt sehen. Sollte die Kommission diesem Erliegen nicht nachgehen, werde Pack2Go selbst gerichtliche Schritte gegen Frankreich einleiten, so ein Sprecher des EU-Verbands.

Abgesehen von der Problematik, die den europäischen Binnenmarkt betreffen könnte, oder den zusätzlichen Kosten und dem Aufwand, um biologisch abbaubare Kunststoffe multifunktional einsetzbar zu machen, darf man jedoch nicht vergessen, dass der erste Schritt oftmals der schwerste ist. Denn Frankreich ist Europa hinsichtlich des Umweltschutzes um einiges voraus. Wo Frankreich bereits ein Plastiktütenverbot einberaumt hat, ist die EU erst an den Punkt ab 2019 die Ausgabe kostenloser Plastiktüten verbieten zu wollen. Ruanda geht als Pionier voran und verbietet bereits seit Jahren Plastik. Supermärkte, die Plastiktüten ausgeben, werden fristlos geschlossen und auch wer das Land mit dem Flugzeug bereist, darf keine Plastikutensilien einführen. Ruanda gilt damit als sauberstes Land Afrikas und geht der Welt mit einem guten Beispiel voran. Nun hat sich auch Frankreich dazu aufgemacht, eine Alternative für die Berge an Plastikmüll finden zu wollen, die sich jedes Jahr ins Unermessliche steigern.

Das Hauptproblem bei dem ständig wachsenden Plastikmüll ist die Tatsache, dass ein nicht unwesentlicher Prozentsatz dessen nicht recycelt werden kann. Diese Überreste gelangen dann über kurz oder lang ins Meer und sind in riesigen Müllstrudeln, an den Ufern und auf dem Meeresgrund zu finden. Dort werden sie von Tier und Natur aufgenommen und verunreinigen das Wasser sowie Flora und Fauna. Und Plastik steckt in nahezu jedem Lebensbereich: Ob in Verpackungen, in Shampoo oder im Haushalt, es ist fast unmöglich an Plastik in unserem Alltag vorbei zu kommen. Gerade deshalb ist es an der Zeit mit der Reduzierung von Plastikmüll zu beginnen und eine umweltfreundliche Alternative in Form von biologisch vollständig abbaubaren Produkten zu finden. Wir von Entsorgo.de achten bei unserer Arbeit stets auf die Umwelt und sorgen für eine umweltgerechte Entsorgung in entsprechenden Wertstoffhöfen. Doch auch uns stehen nur die Mittel zur Verfügung, die Deutschland und Europa uns ermöglichen. Darum zollen wir Frankreich und deren Vorhaben allerhöchsten Tribut und hoffen, dass auch Deutschland diesen Weg gehen wird.

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